Atome bestehen aus Protonen, Neutronen und Elektronen. Manche Elemente haben über 100 Protonen in ihrem Kern und dazu noch Neutronen und Elektronen. Einige Teilchenkombinationen, besonders in großen Elementen, machen sie instabil. Sie zerfallen plötzlich. Dabei bilden sich neue, kleinere Elemente und Strahlung wird ausgesandt. Die Strahlung beim natürlichen Zerfall von Elementen nennt man natürliche Radioaktivität.
Der französische Physiker Antoine Henri Becquerel experimentierte zu diesem Thema mit Uransalzen, die eine Strahlung aussandten die Fotoplatten schwärzte. Der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen hatte schon Vorarbeit auf diesem Gebiet geleistet. Marie Curie entdeckte weitere Salze, die ohne äußere Einwirkung Strahlen aussendeten. Sie nannte das dazu gehörige Element nach ihrer Heimat Polen, Polonium und ein weiteres Element Radium nach dem lateinischen Wort für Strahl. Auch Ernest Rutherford forschte parallel nach den ausgesandten Strahlen und konnte sie mit Hilfe eines elektrischen Feldes drei Strahlentypen unterscheiden:
α-Strahlen (α) sind genau genommen Teilchen, die aus zwei Protonen und zwei Neutronen bestehen (Heliumkerne) und sich mit Geschwindigkeiten von über 10000 km/s aus einem radioaktiven Stoff entfernen.
β-Strahlen (β) bestehen aus Elektronen, die sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 130000 km/s bewegen.
γ-Strahlen (γ) sind energiereiche elektromagnetische Strahlen.
Nach heutiger Erkenntnis schädigen alle drei Typen den Körper. Marie Curie starb 1934 an einer Krebserkrankung, die auf die Strahleneinwirkung in ihrem Labor zurückgeführt wurde. γ-Strahlen durchdringen den Körper und verursachen den geringsten Schaden, β-Strahlen dringen schon tiefer in die Zellen ein und wirken ionisierend. α-Strahlen wirkt ebenso, wie ein β-Teilchen, schädigigen dabei die Zelle aber 20mal stärker. Das liegt unter anderem daran, dass sie - einmal in den Körper gelangt - diesen nur noch schwer verlassen können.


