Elektronenaffinität

Affinität bedeutet im chemischen Sinne in etwa so viel, wie Anziehungskraft. Bei der Elektronenaffinität geht es also um das Aufnehmen von Elektronen oder spezieller: Um die dabei umgesetzte (benötigte oder freigesetzte) Energie.

Erste Elektronenaffinität: Die Energie, die bei der Aufnahme eines Elektrons durch ein Atom im gasförmigen Zustand umgesetzt wird nennt man erste Elektronenaffinität.

A(g) + e- → A-(g)

Durch die Aufnahme des Elektrons entsteht ein negativ geladenes Anion. Zum Beispiel nehmen Chloratome (im Molekülverbund) Elektronen auf und werden so zu negativ geladenen Ionen. Die dabei freiwerdende Energie ist die Elektronenaffinität. [Bild 1]

In den meisten Fällen wird bei der Elektronenaufnahme Energie freigesetzt, nur in wenigen Fällen wird dazu Energie benötigt. Allgemein zeigen kleine Atome eher die Tendenz Elektronen aufzunehmen, da ihr Kern weniger durch Elektronen in der Atomhülle abgeschirmt wird. Die Elemente der 7. Hauptgruppe (Halogene) zeigen im Periodensystem die größte Tendenz zur Elektronenaufnahme. Die Halogene haben 7 Elektronen auf der äußersten Schale und benötigen nur ein Elektron zum Erreichen der angestrebten, energetisch günstigen Edelgaskonfiguration.

Weitere Elektronenaffinitäten: Die Energie, die bei der Aufnahme eines Elektrons durch ein einfach negatives Ion umgesetzt wird nennt man zweite Elektronenaffinität. Da sich das negative Ion und das negativ geladene Elektron abstoßen muss bei der zweiten Elektronenaffinität Energie aufgewandt werden, alle zweiten Elektroaffinitäten haben also positive Werte bei der Energiebilanz. In der Praxis kommt der Vorgang der zweiten Elektronenaffinität sehr selten vor.

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